Donnerstag, 6. November 2014

"Mir macht das unglaublichen Spaß ...!"

Als ich Änne M. anrufe hat sie gerade wieder zwei Schuhkartons fertig. Für die 76-Jährige ist "Weihnachten im Schuhkarton" ein Ganzjahresprojekt. Inzwischen hat sie schon 85 Schuhkartons gefüllt, letztes Jahr waren es insgesamt 103 Stück. Sie erzählt das ganz sachlich und ohne angeben zu wollen. „Wenn mich jemand fragt, ob ich nicht mal verreisen möchte, sag ich immer: Schuhkartons packen und Kinder in Not zu beschenken ist meine Kreuzfahrt!“ Änne liebt es das ganze Jahr über nach Geschenken zu schauen, sich Gedanken zu machen und Schuhkartons für notleidende Kinder zu packen.

Seit sieben oder acht Jahren ist sie schon dabei – genau kann sie das nicht mehr sagen. Aber wenn man erst mal „infiziert ist“, kommt man nicht mehr davon los. „Mir macht das unglaublichen Spaß. Allein schon das Einkaufen.“ Als sie neulich mit ihrer Freundin in der Stadt unterwegs war, meinte diese halb vorwurfsvoll, halb bewundernd: „Du guckst ja nur für die Kindern …!“ Aber Änne kann nicht anders.

Letztes Jahr war dann ein Meilenstein in Ännes "Weihnachten im Schuhkarton"-Karriere. Zum ersten Mal hatte sie ihre Adresse in einen Schuhkarton gepackt. So wirklich hatte sie nicht damit gerechnet, dass sich jemand melden würde – doch dann, im Frühjahr, lag ein Brief aus Polen in ihrem Briefkasten. Erst konnte sie den Brief niemandem zuordnen. Aber darin befand sich ein Foto mit Kindern, die einen Schuhkarton in den Händen hielten – ihren liebevoll gepackten Schuhkarton! Der Brief war auf Deutsch geschrieben und die Familie bedankte sich darin für die tolle Weihnachtsüberraschung. Kurzentschlossen packte Änne gleich noch ein Päckchen – ein Osterpäckchen
und schickte es an die Familie. Auch zur Einschulung der Tochter bekam die polnische Familie ein Paket. „Aber das Porto ist ja so teuer!“, stöhnt sie. Rund 18 Euro muss man zahlen, um ein Paket nach Polen zu schicken. Davon könnte man eigentlich schon fast ein neues Päckchen packen. „Da sind die 6 Euro, die Geschenke der Hoffnung als Spende pro Karton empfiehlt, eigentlich ein Klacks“, sagt sie mit einem Schmunzeln in der Stimme. 


Einige Briefe haben uns letztes Jahr erreicht, in denen sich Kinder bedanken wollen, aber keine Adresse hatten.
Hier könnt ihr nachschauen, ob die Kinder vielleicht EUCH gesucht haben.

Kommentare:

  1. Nur als Tipp: Man kann 500g international für 3,45€ verschicken und ein 1kg-Päckchen für 7€, wenn man es als Großbrief deklariert und nicht versichert. Zwei Kilo kann man mit Online-Frankierung für 15,79€ verschicken (L*B*H max 90cm). Also: es ist deutlich günstiger als 18€ möglich! ;)

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  2. Vielleicht sollten wir der Dame den Tipp weitergeben, sie wird mit Sicherheit noch einige Päckchen nach Polen schicken :)

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