Freitag, 26. Dezember 2014

Hands of the Father: Die Freude eines Spielzeugsmachers

Ein wunderbares Video über einen Mann, der seit unzähligen Jahren Holzspielzeug für Operation Christmas Child baut. Über 130.000 Stück hat er inzwischen gemacht. Und es werden noch unzählige mehr sein. Alles, um Kinder auf der ganzen Welt zu beschenken.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Ein Schuhkarton für eine junge Familie ...

Die Sonne scheint ungewöhnlich warm für einen Dezembertag; ein fast wolkenloser Himmel ist über den Häusern zu sehen. Wir wandern durch ein Roma-Ghetto in Assenowgrad (Bulgarien), ca. 170 Kilometer von Sofia entfernt. Hier leben ca. 4.000-5.000 Menschen; in erster Linie sind es türkische Roma, mit denen selbst die Übersetzer Schwierigkeiten haben sich zu verständigen.

Wir betreten das Haus einer jungen Familie, deren Sohn Zwiatko wir mit einem Schuhkarton beschenken wollen. Die Küche ist ein ca. 2 x 1 Meter großer, schlecht verputzter Anbau, mit mintgrünen Wänden. Zersprungene Fliesen hängen mehr schlecht als recht über dem dreckigen Abwaschbecken, eine staubgraue Gardine ist an den zugigen Fenstern und dem Abwaschbecken angebracht. In der Decke klafft ein quadratisches Loch. Es ist kühl.

Von der Küche gehen zwei Räume ab – ein Wohn- und Schlafzimmer. Das Wohnzimmer ist selbst an diesem sonnigen Tag in Dunkelheit getaucht. Im Schlafzimmer stehen zwei Schlafsofas, ein kleiner Fernseher, auf dem ein Kinderprogramm läuft und ein brauner Ofen mit einem schwarzen Rohr, welches zu Decke führt. Die Luft ist vom typischen holzverbrannten Geruch durchzogen. Wäsche hängt zum Trocknen auf einer Leine an der Wand. Auf dem Ofen steht eine Metalltasse, in der eine undefinierbare Flüssigkeit vor sich hin kocht.
Weihnachtsstimmung gibt es hier nicht. Nur eine kleine Lichterkette hängt zwischen Wanduhr und Wäscheleine. Der Stecker steckt in einer nicht ganz sicher aussehenden Konstruktion bestehenden aus Verteiler und Kabel.

Im Wohnzimmer ist die Familie versammelt. Der Vater heißt Raicho und arbeitet mit seinen 25 Jahren als Müllmann. Damit ist er fast eine Seltenheit, denn viele Männer, die ebenfalls in dem Ghetto leben, sind arbeitslos. Seine wunderschöne Frau Raina ist 8 Jahre jünger als er. Sie war 14 als sie geheiratet und ihren Sohn Zwiatko bekommen hat. Während wir mit ihnen reden, wiegt sie ihre schlafende sechsmonatige Tochter Angelina im Arm.

In diese Armut hinein ist der Schuhkarton, ein wahrer Hoffnungsschimmer, der für die ganze Familie leuchtet. Der Großvater, der ebenfalls mit seiner Frau in der winzigen Wohnung lebt, kann seine Augen gar nicht von seinem Enkel nehmen, so berührt ist er von der Freude des Kleinen. Auch die Eltern sind sprachlos. Sie sind schon dankbar, wenn sie ihre Kinder mit Kleidung beschenken können, aber ein "richtiges Geschenk", das gab es noch nie. 

Wenn sie das nächste Mal zu der Kirche in ihrer Gegend gehen, werde sie vielleicht ein wenig besser verstehen, wenn es heißt "Gott will uns beschenken". Denn zu Weihnachten feiern wir das größte Geschenk, das Gott uns machen konnte – die Geburt seines Sohnes Jesus Christus. Jesus ist Gottes Geschenk an uns. Gott schenkt.

Die junge Mutter Raina mit ihrer sechsmonatigen Tochter Angelina.
Pastor Georgi übergibt Zwiatko einen buntbepackten Schuhkarton. Der Kleine kennt Geschenke nicht
und kann im ertsen Moment nicht glauben, dass es für ihn sein soll.
Mit strahlenden Augen beobachtet der Großvater,
wie sein Enkel zum ersten Mal ein richtiges Geschenk erhält.
Die Handschuhe sind genauso groß wie die Freude von Zwiatko.
Voller Freude und Dankbarkeit verabschiedet uns die junge Familie
an der Tür zu ihrem winzigen Zuhause.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Ein Wunder an der Wohnungstür

In Bulgarien haben wir das Privileg zusammen mit Georgi Jelev, dem Koordinator vom Nationalen Leiterschaftsteam von Operation Christmas Child für Bulgarien, Schuhkartons zu verteilen. Am Dienstag, den 16.12.14, besuchen wir am Abend die Wohnung eines Jungen, der zusammen mit seiner alleinerziehenden Mutter in Assenowgrad, Bulgarien wohnt. Als wir klingeln, dauert es einen Moment, bis wir den Schlüssel im Schloss hören. Eine junge Frau öffnet uns. Georgi Jelev, der für Operation Christmas Child arbeitet und außerdem als Pastor der Region Schuhkartons verteilt, erzählt der Frau, warum wir da sind und was wir wollen. Es stellt sich heraus, dass die junge Frau die Tante von Nuray, dem Jungen ist. Sie passt auf ihn auf, während die Mutter arbeiten muss. Als alleinerziehende Mutter hat sie kaum eine andere Wahl, als ihren Sohn an den Abenden alleinzulassen, um Geld verdienen zu können.

Georgi fragt sie, ob es trotzdem möglich wäre, dass er dem Jungen etwas schenken kann. Und dann berichtet er, dass Menschen einen Schuhkarton gepackt haben. Einen Schuhkarton, der voller Liebe gepackt würde, für ein Kind, das diese Liebe braucht.

Die Tante steht im Türrahmen, während der 9-Jährige den Schuhkarton öffnet und über die vielen Geschenke staunt. Als wir gehen wollen, drückt uns die Tante die Hände und sagt fünf Worte, die diese Aktion so wertvoll machen: „Dieses Geschenk ist ein Wunder“ – ein Wunder zur Weihnachtszeit, ein Wunder für den Jungen und die Familie. Ein Wunder, weil die Tante ihrem Neffen gern etwas geben möchte, aber nicht die Mittel dazu hat, ein Wunder, weil aus heiterem Himmel ein unerwartete Gabe wortwörtlich vor der Tür stand, ein Wunder, weil es zeigt, dass Menschen noch füreinander einstehen.

„Dieses Geschenk ist ein Wunder“. Dieses Motto steht über jedem Schuhkarton, das ein Kind erhält. Denn er berührt nicht nur Kinder, sondern auch ihre Familien.


Nuray (9 Jahre) und seine Tante staunen über das Wunder des Schuhkartons.

Dienstag, 16. Dezember 2014

gebrüder götz packt seit fast 10 Jahren für "Weihnachten im Schuhkarton"

gebrüder götz weiß: "Schuhkartons öffnen macht nicht nur Schuhliebhaberinnen glücklich." Und deswegen waren die Mitarbeiter des Schuhhandels auch dieses Jahr wieder fleißig und packten Schuhkartons für notleidende Kinder. Rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarebiter bestückten Schuhkartons mit Kuscheltieren, Spielzeug, Schulmaterialien, Hygieneartikel, Süßigkeiten und anderen Kleinigkeiten. Seit fast 10 Jahren ist gebrüder götz begeistert dabei, rührt ordentlich die Werbetrommel. Danke für dieses schöne Engagement!


Donnerstag, 11. Dezember 2014

Ein Spielplatz namens "Freundschaft"

Ein Bericht aus Weißrussland von Andrei Katsal, Operation Christmas Child, NLT   

Am 20. Juli 2014 fand die offizielle Eröffnung des neuen Spielplatzes statt, der auf dem Grundstück einer Gemeinde in Smolevichy gebaut wurde. In dieser kleinen Stadt, die in der Nähe von Minsk (Weißrussland) liegt, gab es kaum einen Ort, an dem Kinder spielen konnten. Der Bau des Spielplatzes war also ein Segen für die ganze Stadt.
In den Bau war die gesamte Kirche involviert: Bei der Vorbereitung des Fundaments, beim Bau des Piratenschiffes, der Rutschen und der Schaukeln. Schon lange vor der Eröffnung warteten viele Menschen ungeduldig auf die Eröffnung des Spielplatzes. „Kann ich mit meinen Kindern zum Spielen kommen? Und ab wann?“, fragten viele.
Zu Beginn des Jahres hatte dieselbe Gemeinde einen Kurs angeboten, der „Die größte Reise“  heißt und bei dem die Kinder mehr über Gott und Jesus erfahren. Im April schlossen 18 Kinder, viele von ihnen hatten nichts mit der Kirche zu tun, erfolgreich diesen Glaubenskurs ab. Anknüpfend an den Kurs, trafen sich die Kinder auch danach noch und im Sommer nahmen viele an einem Camp teil.
Sie alle wollten ihren Club öffnen für so viele Kinder aus der Stadt wie möglich, deshalb begannen sie die Eröffnung des Spielplatzes – welchen sie „Freundschafts“-Spielplatz tauften – als ein Event zu planen, zu dem sie die Nachbarschaft einladen konnten. Die Kinder selbst waren diejenigen, die die Werbung für diese Veranstaltung übernahmen. Mit bunten Einladungen luden sie Kinder und Eltern zu der Eröffnung ein.
Wie viel würden kommen? Würden es 20 sein? Vielleicht 30? Es war ein sonniger Sonntagmorgen und die Kinder überglücklich, dass bei der Eröffnung sie die ersten waren, die auf den Schaukeln und dem Piratenschiff spielen konnten. Und noch viel mehr waren sie überrascht über die rund 100 Menschen, die zu der Eröffnung des Spielplatzes kamen. Die Gemeinde organisierte Musik, Wettkämpfe, Spiele und einen Bücherstand, um die Spielplatz-Eröffnung zu einem denkwürdigen Tag zu machen.
„Wie findet ihr denn den neuen Spielplatz?“, fragten die Leute. „Wir lieben es, wir werden auf jeden Fall wiederkommen. Es ist der beste Ort in Smolevicky! Es ist unglaublich, dass wir hier herkommen können – kostenlos!“
Die Gemeinde ist sehr dankbar für die unzähligen Begegnungen und die vielen Freundschaften, die hier geschlossen wurden. Nun ist man gespannt, wie dieser Spielplatz noch dazu beitragen wird, dass sich weitere Freundschaften zwischen Kindern und Eltern entwickeln und diese Menschen dadurch die Gemeinde und Gott noch besser kennenlernen.
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Auch dieses Jahr verschicken wir wieder Schuhkartons nach Weißrussland. Ein Lkw hat sich am 10.12.2014 mit 748 Versandkartons auf den Weg nach Minsk gemacht. Wenn Sie die den Transport und die Abwicklung von diesen Schuhkartons oder die Arbeit von Geschenke der Hoffnung unterstützen möchten, dann können Sie das hier tun: SPENDEN. Vielen Dank!






Montag, 8. Dezember 2014

trivago packt 419 Schuhkartons

Als weltweit größte Online-Hotelsuche setzt sich trivago nicht nur dafür ein, dass Menschen eine gute Zeit im Urlaub verbringen, sondern unterstützt zur Weihnachtszeit auch "Weihnachten im Schuhkarton", die Geschenkaktion für notleidene Kinder. Jedes Jahr spendet trivago Spielzeug und Süßigkeiten, um diese Kinder zu beschenken. Die Mitarbeiter gehen dafür persönlich in ein Geschäft vor Ort und kaufen Geschenke ein, die dann im Büro in selbstbeklebte Schuhkartons verpackt werden. Dieses Jahr kamen insgesamt 419 Schuhkarton zusammen, die sich mit den anderen Schuhkartons, die weltweit gepackt wurden, in wenigen Tagen auf die große Reise machen, um zur Weihnachtszeit Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.



Freitag, 5. Dezember 2014

"... weil ich weiß, dass die Päckchen ankommen."

Die letzten Tage
Als ich Frau Matthießen per Telefon erreiche, wartet sie gerade auf den Anruf der Spedition. Die Küche ihres Nachbars ist vollgestellt mit fertiggepackten Versandkartons, welche die Spedition in eines der rund 15 Zentrallager transportieren wird. Der Nachbar ist derzeit nicht da, so dass sich das Lübecker Ehepaar dort so richtig ausbreiten konnte. „Das ist natürlich abgesprochen“, beruhigt mich Frau Matthießen. Platz hätte man auch im Schuppen, aber so ist es doch netter.


Obwohl Frau Matthießen sehr eingespannt ist, nimmt sie sich Zeit für ein Gespräch über ihre ehrenamtliche Arbeit bei „Weihnachten im Schuhkarton“. Es war wieder eine erfolgreiche, schöne und aufregende  Saison, und doch sind beide froh, wenn es geschafft ist. Nach der Abholung der Versandkartons muss das Geld noch gezählt und die Überweisungen getätigt werden und dann, „dann sind wir durch“. Ulrike Matthießen ist darüber dankbar. 


Von einer kurzer Begegnung berichtet sie mir: Im Schlafzimmerfenster hatte das Ehepaar während der letzten Wochen ein Aktionsplakat hängen. Gerade, als Ulrike Matthießen am Montag das Plakat abnehmen wollte, hielt ein Auto vor dem Haus. Der Fahrer wollte noch schnell sein Päckchen abgeben. Den fragenden Blick des Autofahrers beantwortete sie mit einer einladenden Handbewegung – natürlich konnte er noch sein Päckchen abgeben. Nach einem kurzen Gespräch bot der Päckchenpacker ohne Umschweife seine Hilfe für das kommende Jahr an. Nun hat das Ehepaar noch einen Helfer mehr – das beruhigt.




Von der Untersammelstelle zur Sammelstelle
Die Matthießens sind seit dieser Saison nicht mehr Untersammelstelle, sondern nun Sammelstelle und haben dadurch einen größeren Verantwortungsbereich in ihrer ehrenamtlichen Arbeit für "Weihnachten im Schuhkarton". Auf meine Frage, ob es mehr Arbeit zu bewältigen gegeben hat, überlegt Frau Matthießen kurz und sagt dann: „Nein, eigentlich nicht.“ Der Schritt von der Untersammelstelle zur Sammelstelle war nicht schwer – „Wenn ich das schon mache, dann auch richtig“, ist ihre Einstellung. Man kann nun eigene Entscheidungen treffen, Werbung schalten, man hat mehr Freiheiten. Und man muss nicht mehr so weit bis zur nächsten Sammelstelle fahren – ein weiterer Vorteil.

Ein großes Geschenk war die „Box to go“, die ihnen eine Menge Arbeit abgenommen hat. Rund 60 dieser vorgefertigten Schuhkartons hatten sie sich beim CONNECT-Treffen, dem jährlich stattfindenden Mitarbeitertreffen für alle Ehrenamtlichen und Interessierten von "Weihnachten im Schuhkarton, mitgenommen; 50 haben sie verbraucht. „Es ist eine gute Idee gewesen“ – gerade wenn Schuhkartons umgepackt werden müssen. „Die ‚Box to go‘ hat uns viel Arbeit abgenommen.“

€ents4Children
„Sektgläser?“, frage ich ungläubig zurück. „Nein“, Frau Matthießen lacht „WECKgläser!“ Endlich verstehe ich. Es geht um die Spendenaktion „€ents4Children“ des Ehepaars. Dabei werden das ganze Jahr über Cent-Stücke in Weckgläsern gesammelt. Rund 80 Leute, in erster Linie Freunde und Gemeindemitglieder, beteiligen sich schon daran. Zwei Mal im Jahr wird „geerntet“, wie sie es ausdrücken – zu Ostern und zum Erntedankfest. "Das Geld wird für soziale Zwecke, dabei speziell für Kinder, verwendet. Damit soll Kindern eine bessere Zukunft beispielsweise über Schul- bzw. Ausbildung, Nahrung, Kleidung ermöglicht werden. Der christliche Gedanke spielt dabei eine große Rolle", sagt Klaus Matthießen dazu.


Im letzten Jahr allein konnten sie von den Spenden 60 Schuhkartons packen sowie die Transport- und Verwaltungskosten bezahlen. André Vasko, einen Verteilpartner von „Weihnachten im Schuhkarton“, unterstützen sie dabei ganz gezielt. Beim CONNECT-Treffen in Hannover hatten sie den Pastor aus der Slowakei kennengelernt. Begeistert von seiner Arbeit, entstand eine wertvolle Zusammenarbeit, bei der das deutsche Ehepaar den slowakischen Pastor durch Geldspenden für seine Arbeit mit Roma-Kindern unterstützt. Das ist auch der Grund, warum die Matthießens seit vielen Jahren voller Leidenschaft dabei sind – weil die Hilfe wirklich bei Kindern ankommt. Weil Freude ankommt. Weil Liebe ankommt.



Montag, 1. Dezember 2014

Wie mit zwei Flyern 1000 Euro zusammenkamen

Im Münsterland findet regelmäßig der „Tag des Tischlers“ statt. Auch dieses Jahr öffneten wieder fünf Werkstätten ihre Tore und boten Ponyreiten, Kaffee, Kuchen und einiges mehr an. Das zusätzlich erwirtschaftete Geld kommt im Anschluss immer einer gemeinnützigen Einrichtung oder Aktion zugute. Als man auch in diesem Jahr wieder auf der Suche nach einer gute Sache war, sah die zuständige Dame einen Flyer bei der Bank liegen – von „Weihnachten im Schuhkarton“. Und so staunte die Sammelstellenleiterin Stephanie van Dunderen nicht schlecht, als sie die Anfrage erreichte, ob die diesjährigen Einnahmen der Geschenkaktion zugutekommen könnten. Insgesamt 500 Euro kamen am „Tag des Tischlers“ zusammen, mit denen Päckchen gepackt und der Transport sowie die Abwicklung der Päckchen finanziert werden konnte.

Weitere 500 Euro wurden gespendet, nachdem ein Unternehmen beschlossen hatte auf eigene Weihnachtsgeschenke zu verzichten und das gesparte Geld an die Geschenkaktion „Weihnachten im Schuhkarton“ weiterzugeben. Aufmerksam auf die Aktion wurde das Unternehmen ebenfalls durch einen Flyer
ausgelegt in einer Bank.

Stephanie van Dunderens Tipp für die kommenden Saison: „Ich kann nur jedem empfehlen Flyer bei den Sparkassen und Banken im Einzugsgebiet zu verteilen.“ Die Erfolge sprechen für sich.


"Wirklich was fürs Herz ..."

Lydia Bräumer arbeitet in einem Wohnheim für Erwachsene mit geistiger Behinderung. Ehrenamtlich engagiert sie sich als Sammelstellenleiterin und übernimmt in dieser Funktion unter anderem die Annahme und Kontrolle von Schuhkartons. Als sie den Bewohnern von der Geschenkaktion erzählt, sind diese so begeistert, dass sie auch einen Schuhkarton für ein Kind in Not packen wollen. Jeder der wollte konnte so viel Geld geben, wie es für ihn möglich war. Die Großzügigkeit der Bewohner hat Lydia sehr angerührt. Sie bekam kleine Beträge wie 10 oder 20 Cent, aber auch 3-5 Euro. Von diesem Geld hat sie dann das eingekauft, was ihr aufgetragen wurde. Und anschließend haben alle gemeinsam den Schuhkarton beklebt und gepackt. Es kam ein „einzigartiger Karton“ dabei heraus.

Eine Situation hat Lydia besonders berührt. Eine Bewohnerin konnte beim besten Willen kein Geld geben. Deswegen kam sie zu ihr und wollte Lydia ihr eigenes Kuscheltier schenken. Sie hatte verstanden, dass es Menschen gibt, die noch weniger haben als sie und mit den Worten „Für ein armes Kind gebe ich es her“ überreichte sie schweren Herzens ihr Kuscheltier. Diese Herzenshaltung hat Lydia sehr bewegt. Das Kuscheltier wurde dann doch gegen ein selbstgemaltes Bild eingetauscht. Lydias Erklärung, dass gebrauchte Sachen nicht in den Schuhkarton dürften, verstand die Bewohnerin und war vielleicht auch ganz dankbar, ihr geliebtes Kuscheltier behalten zu dürfen. Aber der Wunsch, jemandem eine Freude zu machen, der noch weniger hat, ist geblieben.

Das gemeinsame Bekleben und Packen des Schuhkartons zusammen mit den Bewohnern des Wohnheimes war eine unglaubliche Erfahrung für Lydia Bräumer - es war "wirklich was fürs Herz". Denn allen ist bewusst geworden, dass Teilen schön ist, auch wenn man selbst nicht viel hat. Und gemeinsam entsteht dann etwas Unglaubliches: Freude für ein Kind.