Donnerstag, 29. Januar 2015

Ein Päckchen für Penka

Als Penka durch die Tür schaut, weiß sie gar nicht, wohin sie als erstes gucken soll. Mehrere Menschen stehen im kleinen Hof ihrer Eltern. Einige von ihnen kennt ihre Mutter aus der Kirche, die diese manchmal besucht. Auch der Pastor ist dabei. Als er sich hinhockt und sie anlächelt hat Penka das Gefühl, dass gleich etwas Wunderbares passieren wird. 

Die Fünfjährige  lebt mit ihrer Familie in einem Roma-Viertel in Assenowgrad, einer Stadt, die rund 170 Kilometer entfernt von Sofia, Bulgariens Hauptstadt, liegt. Auf engstem Raum lebt die Familie von Penka zusammen - ihr Bruder Kadir (7 Jahre), ihre Mutter Daniela (23 Jahre) und ihr Vater Arif (27 Jahre). Dieser arbeitet als DJ und ist auch an diesem Tag erst vor Kurzem erst nach Hause gekommen. Trotz dieser Arbeit haben die Eltern kaum eine Möglichkeit ihre Kinder zu beschenken. Dass nun plötzlich Menschen vor ihrer Tür stehen, die etwas für sie mitgebracht haben, ist für Penka und ihren Bruder eine große Überraschung. 


Pastor Georgi überreicht erst Penka und dann ihrem Bruder jeweils einen Schuhkarton. Er erzählt ihr, dass Menschen in Deutschland dieses Päckchen gepackt haben, um ihr eine Freude zu machen. Und um ihr zu zeigen, dass sie etwas ganz Besonderes ist. Und dann sagt er, dass dieser Schuhkarton sie daran erinnern soll, dass Gott zu Weihnachten den Menschen ein ganz besonderes Geschenk gemacht hat - er hat seinen Sohn Jesus Christus als ein Baby auf die Erde geschickt. Und dann darf Penka ihren Schuhkarton öffnen.

Als sie den Deckel langsam öffnet, gluckst sie vor lauter Glück. Eine Mütze und Schal, ein Springseil und Stifte - so viele Kostbarkeiten hat das kleine Mädchen mit dem langen Pferdeschwanz noch nie gesehen. Und das soll alles für sie allein sein?! Immer wieder nimmt sie ein Geschenk heraus und zeigt es ihren Eltern. Auch ihr Bruder Kadir zeigt ihr aufgeregt, was er bekommen hat. Das Lachen der beiden Geschwister klingt durch die ganze Straße. An diesem Dezembertag ist wirklich Freude in diese Familie eingezogen.


Pastor Georgi übergibt Penka ihren Schuhkarton. Ihre Eltern, ihr Bruder undder Nachbarsjunge Dschengis schauen aufgeregt zu.
Als sie ihre neue Mütze aufgesetzt bekommt, strahlt sie vor Glück.
Das ist ein Tag, den sie so lange nicht vergessen wird.
Als wir gehen, winkt sie uns mit den Buntstifte nach, die sie in ihrem Schuhkarton gefunden hat.

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