Dienstag, 28. Juni 2016

Von Zerbrochenheit zu neuer Hoffnung



Eine berührende Geschichte aus dem Schuhkarton-Empfängerland Polen
Autorin: Ruth Rainer, GdH

Der neunjährige Kacper hatte in seinem Leben lange Zeit nicht viel Grund zur Freude. Er wohnte mit seiner Mutter und kleinen Schwester in einem winzigen Holzhaus in der polnischen Stadt Skarzysko Kamiena. Dort gab es weder eine Toilette, noch fließendes Wasser. Mehrere Jahre lang wurden er und seine Mutter von seinem Vater körperlich und psychisch misshandelt. Dafür bekam dieser letztendlich eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Die schlimmen Erlebnisse führten dazu, dass Kacper sich niemandem mehr öffnete und sich anderen Kindern gegenüber sehr aggressiv verhielt.

In der Nähe ihres Hauses gab es eine Weihnachtsfeier in einer Kirchengemeinde, zu der Kacper mit seiner Mutter eingeladen wurde. Dort fand eine Schuhkarton-Verteilung statt. In Kacpers Päckchen war unter anderem ein Handtuch. Für den Jungen war das ein ganz besonderes Geschenk, denn er hatte zuvor noch nie ein eigenes Handtuch besessen. Seine Mutter war überwältigt davon, dass es Menschen gibt, die selbstlos Schuhkartons packen, um armen Kindern eine Freude zu machen.


Als Kacper dann im Anschluss an die Verteilung zu dem kindgerechten Kurs „Die größte Reise“ eingeladen wurde, konnte er anfangs nicht glauben, dass Gott ihn wirklich liebt. Sein verletztes Herz konnte eine solche bedingungslose Liebe nicht annehmen. Aber er war trotzdem daran interessiert mehr über Gott zu lernen. Nach der dritten Lehreinheit veränderte sich etwas in ihm. Kacper wurde von eben dieser Liebe tief berührt und entschied sich von nun an sein Leben mit Jesus zu leben. Von diesem Augenblick an wurde er im Umgang mit anderen viel ruhiger und nahm mit viel Freude an dem Rest des Programms teil. 
Doch das war noch nicht alles: Auch seine Mutter war durch die Schuhkarton-Aktion neugierig geworden und begleitete ihren Sohn zu dem Kurs. Auch sie wurde von den positiven Botschaften berührt und öffnete ihr Herz ebenfalls für Jesus. Frieden und neue Kraft füllten ihr Herz. Die Angst vor der Heimkehr ihres Mannes verschwand und stattdessen wuchs der Glaube in ihr, dass Gott sich um sie und ihre Kinder kümmern würde. 


Ist es nicht erstaunlich was Gott für Geschichten schreibt? Und das am Anfang dieser Geschichte ein Schuhkarton steht? Durch „Die größte Reise“, die in vielen unserer Empfängerländer angeboten wird, konnten bereits Millionen interessierte Kinder über zentrale Aspekte des Glaubens hören. Viele Kinder bekommen so die Möglichkeit mehr über Gott zu erfahren, ihn kennenzulernen und schöpfen Hoffnung für ihre Zukunft. Nicht selten hat das auch positive Auswirkungen auf ihre Familien – wie im Fall des neunjährigen Kacper. 

Du möchtest gern mehr über „Die größte Reise“ erfahren? Das kannst du hier: https://www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/einladung-zum-glauben/

Donnerstag, 9. Juni 2016

Nach dem Schuhkarton





Von Melissa Lilley
Melissa Lilley ist eine Mitarbeiterin von unserem Partner Samaritan’s Purse. Sie reiste vor kurzem nach Kambodscha um bei „Weihnachten im Schuhkarton“ und anderen Projekten mitzuarbeiten und darüber zu schreiben.

Eine „Weihnachten im Schuhkarton“-Verteilung ebnet den Weg in einem kambodschanischen Dorf

 

Der 11-jährige Panha kickte grad einen Fußball mit einigen anderen Dorfjungen, als ich um die Ecke bog. Ich schaute ihnen ein paar Minuten lang zu, bevor er mich bemerkte. Sofort fing er über das ganze Gesicht an zu strahlen und kam zu mir gerannt. Nach einem High-Five fing er an, mir das Spiel „Schere, Stein, Papier“ in einer ganz eigenen kambodschanischen Version beizubringen. Danach kam ein anderes Spiel an die Reihe, dass den ganzen Platz mit Lachen und fröhlichem Quietschen füllte: Mit ihren Händen hinter dem Rücken versteckten die Kinder in jeweils einer Hand einen Kieselstein oder ein anderes kleines Objekt, das sie im Schmutz fanden. Dann musste einer von uns erraten in welcher Hand der kleine Schatz verborgen war. Den ganzen Nachmittag spielten wir mit Panha und den anderen Kindern in diesem armen Dorf außerhalb von Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Wir waren uns schon so vertraut, dass es schwer zu glauben war, dass wir uns erst einige Tage zuvor bei einer „Weihnachten im Schuhkarton“-Verteilung kennengelernt hatten. Panha war sehr höflich gewesen und hatte sich in seinem gebrochenen Englisch versucht.
„Wie alt bist du?“, fragte ich.
„Mir geht’s gut“, sagte er. „Danke.“

Bevor die Kinder die Schuhkarton-Geschenke erhielten, hatte unser nationales Leiterschaftsteam mit uns allen christliche Lieder gesungen und von Jesus erzählt. Panha sang lauthals mit und versuchte alle Handbewegungen nachzuahmen.
Als er sein Päckchen erhalten hatte, rief er mich zu sich und wir schauten den Inhalt zusammen durch. Panha hielt mir den Schuhkarton sogar mehr als einmal hin, um sicher zu sein, dass ich auch wirklich alle Geschenke bewundert hatte. Das Fernglas begeisterte ihn am meisten.

Panha ist eines der tollsten Kinder, das ich jemals getroffen habe, aber sein Leben ist alles andere als einfach. Er erzählte mir, dass er oft allein ist, da seine Eltern früh zur Arbeit gehen und erst spät zurückkommen. Seine Mutter arbeitet in einer Kleiderfabrik und sein Vater ist Tischler. Doch obwohl sie jeden Tag viele Stunden arbeiten, verdienen sie nur wenig.
Panhas Dorf hat weder Elektrizität, noch sauberes Wasser. Manchmal haben die Kinder nicht genug zu essen. Jeden Tag muss er mehr als eine Stunde lang die löchrigen, kurvenreichen und schmutzigen Wege bis zu seiner Schule fahren.
Aber es gibt Hoffnung für diese süßen Kinder und ihre Familien. Ein Mitglied des nationalen Leiterschaftsteams besucht den Ort regelmäßig, bringt den Kindern Englisch bei und erzählt ihnen von Jesus. Ein kambodschanischer Pastor hat außerdem die Idee eine Kirche in dem Ort zu bauen. 


Die Schuhkartons, die so viele Menschen liebevoll gepackt haben, waren der Beginn unseres Dialogs mit den Kindern. Sie halfen uns dabei Panha und seine Freund kennenzulernen und zeigten ihnen, dass es Menschen gibt, die an sie denken. 


Ich durfte erleben, was nach der Aufregung und Begeisterung über die Schuhkartons kommt. Es ist Liebe. Und diese Liebe überwindet alle Sprach- und Kulturbarrieren. Es ist die Liebe der Kinder, die mit mir Fangen spielten oder begierig lernten, wie man mit einem Fußball auf dem staubigen Boden Basketball spielt. Die Schuhkartons waren ein greifbarer Ausdruck von Liebe. Und unglaublich schnell gaben die Kinder uns Liebe zurück. Sie hießen uns in ihrem Dorf willkommen. Und obwohl ich tausende von Kilometern von meinem Wohnort entfernt war, fühlte ich mich Zuhause. 
Wenn du dagewesen wärst, hätten sie auch dich willkommen geheißen und dich mit Liebe überschüttet. Du wärst nicht lange ein Fremder geblieben, sondern schnell zu ihrem Freund geworden. Weil du einen Schuhkarton gepackt hast, konnte ich mit kleinen Mädchen in einem abgelegenen Ort Seil springen. 

Weil du einen Schuhkarton gepackt hast, konnte ich beobachten wie Panha stolz 30 Sprünge ohne Pause schaffte. Dein Schuhkarton hat den Weg der Liebe geebnet.